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WHO: Schweinegrippe-Hype ohne Druck der Pharmaindustrie
Straßburg (dpa)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist den Vorwurf zurück, die Gefahr der Schweingrippe zugunsten der Pharmaindustrie hochgespielt zu haben. "Die WHO nimmt ihre Rolle zur Verbesserung der Gesundheit sehr ernst. Die Antwort auf die Schweinegrippe ist nur ein Beispiel. Die WHO wurde nicht von der Pharmaindustrie unter Druck gesetzt", sagte der stellvertretende Generaldirektor der UN-Sonderorganisation, Keiji Fukada, am 26. Januar in einer Anhörung im Europarat in Straßburg.
Eine Kommission aus Experten aus den gefährdetsten Ländern sei sich darüber einig gewesen, dass alle Kriterien gegeben waren, um die Schweinegrippe zur Pandemie zu erklären, fügte der WHO-Grippeexperte hinzu. Die Anhörung kam aufgrund der Initiative des deutschen Sozialdemokraten Wolfgang Wodarg zustande. Der Arzt wirft der WHO vor, sie hätte ihre Unabhängigkeit im Umgang mit den Pharmakonzernen nicht bewahrt.
Neben den Vertretern der WHO wurden auch Mitarbeiter aus der Pharmaindustrie gehört. Die Laboratorien hätten schnell und wirkungsvoll reagiert und den Impfstoff auf Anfrage der Regierungen ausgeliefert, erklärte Luc Hessel von der europäischen Vereinigung der Impfstoffhersteller. Der Franzose wehrte sich auch gegen die Kritik des deutschen Abgeordneten Wodarg, die Konzerne hätten die Nebeneffekte des Impfstoffes kaum gekannt. "Wir haben mit Hilfe neuester Techniken strenge Tests ausgeführt", sagte Hessel.
Bereits vor wenigen Wochen hatte Wodarg eine Petition gegen den Schweinegrippe-Hype gestartet, der "Millionen gesunde Menschen der überflüssigen Gefahr von Nebenwirkungen nicht ausreichend getesteter Impfstoffe aussetzt", erklärte der SPD-Politiker.
